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Richard Wagner (1813–1883) hat sich nicht nur als Komponist, sondern auch als Librettist besonders mit Stoffen des Mittelalters (Tannhäuser, Lohengrin) und des germanischen Altertums beschäftigt. Sein Opernzyklus Der Ring des Nibelungen, bestehend aus dem „Vorspiel“ Das Rheingold und den drei Opern Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung, beruht zwar durchaus auf eigenem Studium der altnordischen Eddas und Sagas (besonders der Völsunga saga, welche die Heldenlieder der Lieder-Edda in Prosa wiedergibt) sowie der damals existierenden Handbücher darüber (wie Jakob Grimms Deutsche Mythologie), aber Wagner erlaubte sich zahlreiche Freiheiten mit seinem Stoff. Seine recht eigenwilligen (Um-)Interpretationen der mythologischen Stoffe führten aber leider zu zahlreichen falschen und trotzdem noch heute durch seine Opern verbreiteten Vorstellungen von der germanischen Mythologie. Dazu kam die übertriebene Stabreimtechnik, die zwar dem wissenschaftlichen Stand seiner Zeit entsprach, aber im Deutschen (anders als im Altnordischen) ausgesprochen gekünstelt wirkt und somit der altnordischen Dichtung einen schlechten Ruf verschaffte.

Die wesentlichsten Veränderungen in inhaltlicher Hinsicht, die Wagner vornahm, sind die Rolle Lokis, den er mit einem angeblichen Feuerriesen Logi zu einer Gestalt verschmolz, die Rolle Odins im Leben Sigurd sowie die sehr an spätmittelalterlichen Vorstellungen orientierten Walküren, welche ursprünglich Totendämonen waren, wovon bei Wagner nichts mehr geblieben ist.

Literaturnachweis

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